Wie der Start in den Urlaub gelingt!

Sommerzeit – Urlaubszeit – Erholungszeit?

Die Sommerferien stehen an und damit auch der Sommerurlaub.

Meist verlaufen die letzten Tage vor der Abreise hektisch, dann kommen die unvermeidlichen Störungen wie Krankheit und defekte Haushaltsgeräte dazu, und wenn man es nicht schon vorher war, ist man spätestens nach der ganzen Packerei vollkommen erholungs- und urlaubsreif.

Und manchmal verliert man dabei den Überblick. Deshalb habe ich ein paar Tipps und Hinweise zusammengestellt, damit gerade der Start in den Urlaub besser gelingt.

Mit Checklisten arbeiten:
Erfahrungsgemäß ist das Thema Kleidung – gerade wenn es in den Süden gehen soll – das kleinste Problem. Die Sachen sind leicht und klein. Je nach Urlaubsdomizil steht noch die Entscheidung an, ob Sie weniger mitnehmen und waschen wollen oder etwas mehr Gepäck.

Bei allen weiteren Themen stehen auch Fragen und Entscheidungen an. Brauchen wir wirklich Wanderschuhe oder reichen die Turnschuhe für die ein oder zwei Wanderungen? Hat Kind 1 seine Brille und Kind 2 seine Zahnspange? Wer braucht welche Medikamente? Diese Entscheidungen kann man gut im Vorfeld treffen und notieren.

Unsere Welt wird z. T. einfacher, in der Familie aber auch komplexer: Ich muss keine 10 Bücher mitnehmen, sondern nur noch 1 E-Book-Reader. Halt! Den kann aber auch nur einer lesen. Also, brauchen wir 1 (oder mehr) E-Book-Reader UND Bücher… Wer fotografiert mit Fotoapparat, wer nimmt nur noch sein Smartphone? … und alle Geräte brauche Ladegeräte!

Auch die Art der Reise spielt eine Rolle: Bei Flugreisen erlebe ich es als sinnvoll, dass jeder in der Familie wirklich sein Gepäck in seiner Tasche hat. Bei Autofahrten geht es eher darum, dass Auto möglichst effektiv zu beladen. Welche Dinge gehören ggf. in die Dachbox?

Entsprechend ist es sinnvoll, verschiedene Checklisten vorzubereiten, zum einen thematisch, z. B. nach Tätigkeiten/Sportart: Strand und Schwimmen, Wandern, Lesen. Zum anderen nach Personen: Je nach Alter können die Kinder schon beim Erstellen der Checkliste mitmachen, und dann natürlich auch beim Packen der eigenen Sachen.

(Und wenn im Urlaub etwas fehlt: Gleich die Checkliste ergänzen oder einen kleinen Notizzettel für zu Hause anlegen.)

Nun steht das Gepäck bereit und die Reise kann beginnen. Und jetzt wünschen wir uns ganz dringend die Erholung. Je schneller, desto besser.

Doch unsere Gefühle reisen nicht ganz so schnell wie unsere Körper. Hier spielt auch wieder ganz viel Psychologie eine Rolle.

Unerledigtes
Unerledigte Dinge – beruflich wie privat – spuken in unseren Köpfen herum. Sie beschäftigen uns, kosten Kapazität und hindern uns am Abschalten. Deswegen wäre der beste Tipp, alles vor dem Urlaub zu erledigen und unbeschwert zu verreisen. Das ist normalerweise vollkommen unrealistisch.

Deshalb: Geben Sie den Dingen einen Platz. Räumen Sie auf – egal, ob real oder in Ihrem Kopf. Wenn die Dinge einen festen Platz bekommen, können Sie sie loslassen.
Das heißt ganz praktisch:

  • Bitten Sie Kollegen X, bestimmte wichtige Anrufe/Aufträge für Sie zu erledigen.
  • Legen Sie für andere Arbeitspakete einen Termin fest, mit ein paar Tagen Abstand zum 1. Arbeitstag!
  • Seien Sie selbstkritisch: Streichen Sie bestimmte Themen!

3 Tage zum Ankommen
Die Faustregel heißt: Die Gefühle brauchen 3 Tage zum Ankommen.
Und ganz wichtig: Das gilt auch und gerade für Kinder!

Wir Erwachsene haben Strategien im Kopf, wie wir mit der Situation umgehen: Wir kommen an, legen uns in den Liegestuhl – Sonne, Pool, Drink, Buch: Alle formalen Kriterien für einen Urlaub sind erfüllt = ich erhole mich jetzt.

Doch wenn man genau hinspürt, erholen wir uns noch nicht wirklich. Wir brauchen an neuen Orten Zeit zur Orientierung: Was gibt es wo? Wo ist ein gemütlicher Platz im Restaurant? Das Essen ist ungewohnt. Wo geht’s zum Strand? Können die Kinder allein zum Pool oder zum Strand? etc. etc.

CIMG8064Was dient der Erholung? Erholung entsteht durch sog. Kontrasterlebnisse. Es ist also weniger das Nichtstun, als vielmehr „etwas Anderes“ als im Alltag tun. Erlebnisse sind für Körper und Seele emotionale Herausforderungen. Das kann, muss aber nicht gleich der Fallschirmsprung sein. Es bedeutet vor allem, alles, was ich tue, im Hier und Jetzt zu tun.

Und damit zurück zum Beginn der Reise und zu den Kindern. Reisen bedeutet für Erwachsene oft, die Zeit von A nach B möglichst schnell zu überbrücken. Erleben Sie mit Ihren Kindern die Reise als bewusstes Erlebnis: Von dem Moment an, an dem wir die Haustür schließen, sind wir am Reisen, sind wir mitten im Urlaub. Hier beginnt ein neues Abenteuer. Und z. B. eine Fahrt zum Flughafen und der Flughafen selbst sind es ja für Kinder wirklich. Weisen Sie bei Autoreisen darauf hin, wie die Landschaft oder die Orte sich verändern. Was fällt auf, wenn Sie das Ausland erreichen? Nehmen Sie und Ihre Familie die Reise bewusst wahr: Wie lange Sie reisen und wie Sie sich anstrengen müssen, um Ihren Urlaubsort zu erreichen? Und dann endlich haben Sie es geschafft!

Apropos Liegestuhl: Sport und Bewegung bauen Stress ab. Die Kinder machen es mit Ihrem Bewegungsdrang vor. Lassen Sie sich auf ein Spiel ein oder erkunden Sie die neue Umgebung oder den Strand. Das muss gar nicht so lange sein. Nehmen Sie die Umgebung mit allen Sinnen wahr – das sind die ersten Kontrasterlebnisse, und der Alltag ist schon ganz weit weg…

Und mit den Smartphones und digitalen Fotoapparaten haben wir ja viel mehr Möglichkeiten als früher. Begleiten Sie den Tag mit Fotos oder Filmen. Setzen Sie sich am Abend mit der Familie zusammen und lassen Sie den Tag gemeinsam noch einmal vorüberziehen. Tauschen Sie sich über das Erlebte aus: Wie haben die Kinder den Tag erlebt? Lassen Sie Kinder Fotos machen (geht durchaus ab 4 Jahren) – Sie werden staunen, wie Kinder die Welt sehen! Wer hat etwas erlebt, wer war dabei? Haben Sie sich über etwas aufgeregt? War etwas besonders schön?

Nutzen Sie auch andere Sinne: Unser Gehirn verbindet zum Beispiel Gerüche sehr stark mit Situationen und Gefühlen. So können Sie z. b. im Urlaub ein anderes Duschgel oder eine andere Hautlotion mit einem neuen Duft verwenden. Der wird dann untrennbar mit dem Urlaub verknüpft. Und wenn der Alltag Sie wieder richtig eingeholt hat, können Sie zu Hause mit einer entspannte Dusche die Erinnerung und die Gefühle für Ihren schönen Urlaub wieder herbeizaubern.

 

 

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Über den Autor

Ulrike Kreuzig

Diplom-Psychologin, Unternehmensberaterin und Coach für alle Fragen rund um die eigenen Berufs- und Lebenswege, Partnerschaft und Kinder. Verheiratet, 3 Kinder.

Copyright © 2014. Ulrike Kreuzig

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