5 Tipps, wie der Sonntag als Familie gelingt


Endlich Sonntag: „Endlich mal im Bett bleiben.“  „Papa hat mal Zeit für mich.“  „Familientag.“ „Mit Freunden treffen.“  „In den Zoo, wie versprochen.“ „Alle kommen mit zu meinem Fußballturnier.“

Wie sich der Sonntag gestaltet, hängt also von vielen Faktoren ab: Ob Eltern arbeiten müssen, ob intensiv Hobbys gepflegt werden, wie alt die Kinder sind, wer welche Bedürfnisse und Interessen hat. Und je mehr Familienmitglieder es gibt, um so schwieriger ist es, diese Interessen unter einen Hut zu bekommen. Da der Sonntag als freier Tag aber eine hohe Bedeutung hat, liegt in den unterschiedlichen Erwartungen die Ursache für viele – unnötige – Konflikte. Durch ein bisschen Vorbereitung kann man diese Konflikte gar nicht erst entstehen lassen. Und indem ihr in der Familie über die Erwartungen sprecht und gemeinsame Entschlüsse fasst,  stärkt ihr den Zusammenhalt in der Familie.

Ein wunderbares Thema für eine Familienkonferenz. Du kannst Dich aber auch allein – z. B. wenn Deine Kinder noch sehr klein sind – hinsetzen und das Thema anpacken. Das wirklich Wichtige ist, dass über Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen gesprochen wird. Oft wird aus falscher Rücksichtnahme nichts gesagt oder unsere Annahmen über Partner oder Kinder sind falsch: „Das interessiert ihn/sie sowieso nicht!“ – Das glauben wir, aber wir wissen es nicht!

Tipp 1: Wünsche und Bedürfnisse

Schau‘ mal, wie es Euch allen geht. Wer hat eine anstrengende Woche hinter sich? Auch Schulwochen können anstrengend sein. Wer muss am Wochenende noch arbeiten? Wie sieht es mit deinem Partner und dir aus? Wie erholt ihr euch im allgemeinem am besten – mit Ruhe oder mit „Action“? Frage deine Lieben, wie die Woche war und was sie für das Wochenende erwarten.

Wie sieht Erholung aus? Lieber auf der Couch liegen oder lieber Bewegung? Etwas Neues, Aufregendes machen oder lieber vertraute Abläufe und Rituale? Überlege für ganz kleine Kinder, welche Aufregungen es gab, ob sie krank waren oder ob es eine ganz „normale“ Woche war.

Wenn sich mehrere Personen einigen müssen, können oft nicht alle Bedürfnisse und Wünsche erfüllt werden. Es ist wichtig, dass diese dann einen Platz bekommen. „Vorschlag: Wenn wir heute zum  Flohmarkt fahren, denn machen wir den nächsten Ausflug in den Zoo.“

Was tut der Familie gut? Manchmal muss man die Dinge auch ein bisschen „anschieben“. „Daheim bleiben“, „Computerspiele“ und „Fernsehen“ melden die Kinder an. Für die vorgeschlagene Wanderung gibt es keine Begeisterung und Zustimmung. Wie sieht der Sonntag aus, wenn die Kinderwünsche erfüllt werden? Wie fühlen sich alle am Sonntag Abend? Wie verläuft der Sonntag, wenn Du den Rest der Familie doch nur für die Wanderung oder die Radtour gewinnst? Sind alle am Sonntag nicht doch ausgeglichener und zufriedener? Was tut Eurer Familie gut?

Und ich möchte Euch das gemeinsame Spielen ans Herz legen. Es gibt eine solche Fülle von guten Spielen, da ist einfach für jeden etwas dabei.  Spielen hat sogar richtig pädagogischen und psychologische Nutzen: Denken wird trainiert, z. B. Strategie und Taktik oder Kreativität. Die sozialen Fähigkeiten werden geübt: gewinnen, verlieren, zusammenarbeiten usw. Und natürlich wird viel gelacht. Gemeinsam spielen macht Euch als Familie stark.

Tipp 2: Darüber sprechen

Die unausgesprochenen Erwartungen sind Ursache vieler Konflikte. Oft glauben wir nur zu wissen, was der andere  will oder braucht.  Es ist auch erstaunlich, was schon ganz kleine Kinder über sich sagen können – wenn man ihnen wirklich einmal zuhört. Wenn wir offen über unsere Wünsche und Bedürfnisse sprechen, geben wir den anderen Familienmitgliedern auch die Möglichkeit, etwas zu geben. Dann wird der Sonntag zu einem gemeinsamen „Projekt“, und alle helfen mit, dass er gelingt. Du wirst dabei auch bei ganz kleinen Kindern eine hohe Bereitschaft zum „Mitmachen“ finden.

Ist es möglich und erlaubt, dass wir in der Familie verschiedene Dinge tun?  …. nur ein Teil der Familie zur Oma fährt, einen Ausflug macht, seinen Mittagsschlaf bekommt, seinen Sport machen kann….

Vielleicht ist es dieses Mal gar nicht so schlimm, wenn der Partner mal nicht mitkommt. Wenn ich weiß, was der andere will oder braucht, kann ich es ihm auch geben.

Dabei müssen nicht alle Wünsche blindlings erfüllt werden. Für die Kinder müssen wir natürlich etwas mitdenken. „Den ganzen Tag am Computer spielen“ mag ein Wunsch sein, es sind aber nicht alle Wünsche erfüllbar.

Dem Bewegungsdrang der Kinder sollten wir gerecht werden, auch wenn sie es nicht ausdrücklich einfordern.

Tipp 3: Pflichten und Randbedingungen

Gibt es Pflichten? Äußere Randbedingungen, die wenig beeinflussbar sind? Angefangen natürlich mit Beruf, aber auch Verpflichtungen und Erwartungen in der weiteren Familie, Sport-, Konzert, Geburtstags- oder sonstige Termine der Kinder, etc. etc. Was ist dann noch möglich?
Eine befreundete Familie hat die Regel „Sonntags keine Hausarbeit“, zumindest keine Wäsche waschen oder Handwerkliches etc. Das bedeutet aber, das das an den anderen Tag erledigt und gut geplant werden muss. Wir haben die Regel „Am Sonntag keine Hausaufgaben“, damit unsere Unternehmungen nicht unter Zeitdruck geraten.

Tipp 4: Ein Motto für den Sonntag

Wie soll also der Sonntag insgesamt sein? Ein ruhiger Tag? Ein Ausflugstag? Ein gemeinsamer Tag? Jeder macht, was er will? Versucht mal, ein Motto für Euren Sonntag zu finden. Es kann ein allgemeines Motto sein: „Sonntag ist Familientag“, „Sonntag ist Ausflugtag“, oder auch nur für einen bestimmten Sonntag gelten, z. B. wenn die Kinder beschließen „Heute wird nicht gestritten.“

Auch das kann man zum Spiel machen: Wir suchen ein Motto für unseren Sonntag. Fällt Euch ein guter Film- oder Buchtitel ein, der zu uns und unserem Sonntag passt?

Tipp 5: Und wie war’s?

Und am Abend fragt sich jeder, wie der Sonntag denn nun war, für ihn selbst und für die Familie. Eine gute Gelegenheit ist das gemeinsame Abendessen. Oder frage deine Kinder beim  Zubettgehen, was denn heute schön war und was sie sich für das nächste Wochenende wünschen. Gibt es noch etwa Wichtiges, was gesagt werden muss? Dann kann übrigens auch ein Dankeschön sein. So kann man den Tag auch ausklingen lassen und abschließen, eine wichtige Voraussetzung für eine gute Nacht und einen erholten Start in einer neue Woche.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Sonntag!

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Über den Autor

Ulrike Kreuzig

Diplom-Psychologin, Unternehmensberaterin und Coach für alle Fragen rund um die eigenen Berufs- und Lebenswege, Partnerschaft und Kinder. Verheiratet, 3 Kinder.

Copyright © 2014. Ulrike Kreuzig

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Als kleines Dankeschön gibt es meine Tipps zur Durchführung einer Familienkonferenz!